Aschermittwoch-Liturgie im Maria Saaler Dom
Aufziehen des Fastentuches
Die Feier begann mit dem Aufziehen des beeindruckenden Fastentuches des Künstlers Karl Wolschner, der 1994 das größte Tuch in der Seidenbatik-Technik schuf. Vor der Segnung der Asche durch die Ständige Lektorin Eliz Lippitsch gab Stiftspfarrer Donko fünf Hinweise, die uns die biblischen Lesungen dieser Feier geben.
Wir beginnen die heiligen vierzig Tage. Warum gerade 40 Tage?
Diese Zahl geht zurück auf die 40 Jahre, die das Volk Israel durch die Wüste zog. Diese Wüstenerfahrung war eine Zeit der Prüfung, der Erprobung und der Reinigung.
Dann der Prophet Elia: Er ist 40 Tage unterwegs zum Berg Horeb, wo Gottesbegegnung stattfindet, für die ihn diese 40 Tage innerlich vorbereitet haben.
Dann Jesus selbst, der vor seinem öffentlichen Auftreten 40 Tage in der Wüste verbringt, wo er vom Satan versucht wird.
Diese heiligen 40 Tage beginnen wir nun mit einem starken Zeichen. Wir werden mit dem Aschenkreuz bezeichnet.
Dabei wird uns gesagt zweierlei:
Erstens: Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zu Staub zurückkehren wirst. Das heißt bedenke, dass du ein Kind dieser Erde bist, begrenzt, vergänglich, sterblich. Erhebe dich daher nicht, sei nicht hochmütig, überhebe dich nicht, sondern bleibe demütig.
Uns wird aber auch ein Zweites gesagt: Behebe dich und glaube an das Evangelium. Das heißt du bist seit deiner Taufe und seit deinem Glauben an das Evangelium ein Kind des Himmels - unvergesslich, unbegrenzt, unsterblich. Trau dir in deinem Glauben nicht zu wenig zu durch die Kraft des Geistes Gottes, der in dir wohnt.
Fünf wichtige Hinweise werden uns heute in den biblischen Lesungen gegeben, die uns helfen, die Fastenzeit bzw. österliche Bußzeit sinnvoll und wirksam zu begehen.
1.) In der ersten Lesung aus dem Buch Joel wird uns gesagt.: Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider und kehrt um zum Herrn, euren Gott. Unser Lebensstil macht unser Herz unempfänglich, stumpfsinnig, egoistisch, hart und lieblos Gott und den Menschen und auch sich selbst gegenüber. Herzenstherapie in diesen 40 Tagen, damit unser Herz weich, gut, liebevoll, empfänglich, freigiebig wird.
2.) In der zweiten Lesung aus dem 2. Korintherbrief wird uns gesagt.: Lasst euch mit Gott versöhnen. Versöhnungsarbeit in diesen 40 Tagen: Versöhnung durch Selbstbekenntnis, Reue, Bekenntnis, Vergebung, Beichte
3.) Im Evangelium wird uns gesagt.: Wenn du Almosen gibst. Geben können wir viel: Geld, ein gutes Wort, Zeit, Nähe, Freundlichkeit, aber nicht wie Heuchler, die es ausposaunen, und nicht mit Selbstlob, sondern es im Verborgenen behalten.
4.) Im Evangelium wird uns gesagt.: Wenn ihr betet, aber nicht wie die Heuchler, die sozusagen beim Beten anderen und sich selber ihre Frömmigkeit zeigen wollen, dann wird aus der Frömmigkeit Frömmelei, aber mehr beten als sonst wäre in diesen 40 Tagen angebracht.
5.) Im Evangelium wird uns gesagt.: Wenn ihr fastet, aber nicht heuchlerisch mit angestrengtem Gesicht, damit es die anderen merken. Unser Leben ist so überflutet, auch mit vielem Schrott und Gerümpel. Darum Entrümpelung. Weniger ist mehr in diesen 40 Tagen.
Die 40 Tage sind eine Kurzeit für Leib und Seele, Herz und Geist. Wir sollten diese Gnadenzeit nicht ungenützt vorüber gehen lassen.
Die Austeilung der Asche erfolgte durch Diakon Peter Granig, durch die Ständige Lektorin Eliz Lippitsch und Stiftspfarrer Josef-Klaus Donko. Die Feier wurde musikalisch von Manuela Rapoldi (Flöte) & Ingrid Klogger (Piano/Gesang) gestaltet. Wir danken den Lektoren, den Ministrantinnen, den Mesnern und der FF Maria Saal (Aufziehen des Fastentuches) für die Mitgestaltung der schönen und berührenden Feier.