Der neue Franziskusbote März 2025 ist da!
In die Fastenzeit gehen mit dem Pfarrer von Ars

Christine Walder
Liebe Geschwister, liebe Freunde des hl. Franziskus!
Noch stehen wir vor dem Beginn der Fastenzeit. Aber wir wissen, es ist gut, sich rechtzeitig innerlich zu bereiten. Diesmal möchte ich euch ein paar Gedanken des hl. Pfarrers von Ars, Jean-Marie Vianney, mitgeben. Der Heilige lebte von 1786-1859. Er ist uns allen wohlbekannt als begnadeter und gesuchter Beichtvater, als Schutzpatron der Priester und als Bruder im Dritten Orden des hl. Franziskus. So ist es hilfreich, sich ihm immer wieder zuzuwenden, wenn es um innere Umkehr und Erneuerung geht, wie es besonders für unsere vorösterliche Fastenzeit gilt.
Lebenszüge
Sein Leben ist in den Grundzügen wohlbekannt. Er stammte aus einer Bauernfamilie und sein Wunsch, Priester zu werden, wurde von Lernschwierigkeiten behindert, die vor allem Gedächtnisschwierigkeiten waren. Dennoch ging er seinen Weg zum Priestertum und die Pfarre von Ars wurde durch sein opferbereites Handeln für seine Pfarrkinder weitum berühmt. Er war ein großer Beter, das Fasten, seine Aufopferung und Bußbereitschaft legendär. Schriftliches ist von ihm wenig erhalten und die Aussprüche, die ich euch in die Fastenzeit mitgeben möchte, wurden von seinen Zuhörern und Gesprächspartnern aufgezeichnet. Dasselbe gilt auch für seine Predigten, die „Brosamen von Katechesen“, die uns erhalten geblieben sind. Wir Menschen des 21. Jahrhunderts dürfen uns durch seine Radikalität nicht einschüchtern, sondern anregen und stärken lassen. Dasselbe gilt ja auch für unseren Ordensvater Franziskus, auch er war radikal, auch er ging bis zu den „Wurzeln des Seins“.
Der Pfarrer von Ars war außergewöhnlich und deshalb ein Vorbild, auch für uns Menschen der Gegenwart. Seine seelische Reinigung, seine Erneuerung galten ihm alles und zwar jeden Tag und durften ihn etwas kosten. Und in dieser Haltung dürfen wir ihn nachahmen, ganz ohne „schimmlige Kartoffeln“ als Nahrung. Jeder von uns hat seinen eigenen franziskanischen Weg.
Der Pfarrer von Ars besaß auch einen guten Humor, er wird immer mit einem schalkhaften Lächeln dargestellt. „Wenn ich traurig wäre, ginge ich sofort beichten“, pflegte er zu sagen. Und er besaß eine ganz besondere, intuitive Intelligenz „von oben“, sodass man über ihn sagte: „Der Pfarrer von Ars ist vielleicht nicht sehr gebildet, aber er ist erleuchtet.“ Wie wunderbar. Wenn Gott will, wissen wir alles. Und er lässt uns auch verstehen.
Nun möchte ich euch noch einige geistliche Stärkungsmittel des hl. Pfarrers von Ars in die Fastenzeit mitgeben. Nehmt sie mit ins Gebet. Verkostet sie immer wieder!
Gottesliebe
„Gott liebt uns mehr als der beste Vater, mehr als die zärtlichste Mutter. Wir müssen uns nur Seinem Willen unterwerfen und uns Ihm überlassen.“
„Derjenige, der Gott liebt, ist wie ein Baum, gepflanzt am Ufer eines klaren Baches, denn er wird unaufhörlich mit köstlichen Gnadenschätzen erfrischt, die in seine Seele fallen wie himmlische Rosen.“
„Genauso, wie die Erde nichts hervorbringen kann, wenn die Sonne sie nicht fruchtbar macht, genauso können auch wir nichts Gutes tun, ohne die Gnade Gottes.“
„Wichtig ist es, in unserem Herzen gleichsam eine Kirche zu errichten, einen lebenden Tabernakel, wo unser Herr mit Wohlgefallen herrscht.“
Das Gebet
„Nähere dich Gott und Gott nähert sich dir.“
„Man täuscht sich nie, wenn man Gott etwas schenkt.“
„Wenn du nicht beten kannst, verstecke dich hinter deinem Schutzengel und beauftrage ihn, an deiner Stelle zu beten.“
„Das Gebet ist die geheimnisvolle Leiter, die zum Himmel führt.“
„Das Gebet ist für unsere Seele, was der Regen für die Erde ist. Düngt die Erde, soviel ihr wollt; wenn es an Regen fehlt, ist alles, was ihr tut, umsonst.“
„Du hast ein kleines Herz, aber das Gebet weitet es und befähigt es, Gott zu lieben.“
„Ich sage Ihm nichts. Ich schaue Ihn an und Er schaut mich an. Wie schön ist das, meine Kinder, wie schön!!!“
Die hl. Beichte
„Das Sakrament der Buße, in dem Gott seine Gerechtigkeit zu vergessen scheint, um nur seine Barmherzigkeit zu offenbaren…“
„Machen wir also dem guten Vater diese Freude: Kehren wir zu ihm zurück… und wir werden glücklich sein.“
„Die Barmherzigkeit Gottes ist wie ein aus den Ufern getretener Strom; sie reißt die Herzen auf ihrem Weg mit.“
„Ich weiß wohl, dass das Bekenntnis eurer Sünden euch einen kleinen Augenblick der Demütigung kostet.“
Mittelmäßigkeit und lässliche Sünde
„Sucht der Fisch die Bäume und Wiesen? Nein, er stürzt sich ins Wasser. Hält der Vogel sich am Boden auf? Nein, er erhebt sich in die Lüfte. Und der Mensch, der geschaffen ist, Gott zu lieben, um Gott zu besitzen, liebt ihn nicht und wendet anderem seine Liebe zu.“
„Die nicht beten, beugen sich zur Erde, wie der Maulwurf, der ein Loch bohrt, um sich darin zu verstecken. Sie sind ganz irdisch, ganz abgestumpft, und denken nur an die Dinge dieser Welt.“
„Ist es nicht so, dass ihr gern einmal Gott gehört und einmal der Welt?“
„Wenn ihr keine Liebe zu Gott habt, seid ihr recht arm. Ihr seid wie Bäume ohne Blüten und Früchte.“
Das Kreuz im Leben
„Wenn man die Kreuze liebt, hat man niemals welche, aber wenn man sie wegschiebt, wird man erdrückt von ihnen.“
„Was braucht man, um den Himmel zu verdienen? Die Gnade und das Kreuz.“
„Die Kreuze sind der Weg zum Himmel, sie sind wie eine schöne Steinbrücke, auf der man einen Fluss überquert. Die Christen, die nicht leiden, überqueren diesen Fluss auf einer zerbrechlichen Brücke aus Draht, die jeden Augenblick unter ihren Füßen durchbrechen kann.“
„Das Kreuz ist die Himmelsleiter.“
Euch allen eine segensreiche Fastenzeit! Mögen euch die Aussprüche unseres Bruders, des hl. Pfarrers von Ars, liebreich anleiten auf eurem geistlichen Weg!
Eure Sr. Klara/ Christine Walder
Pace e bene!