Organisation

Referat für Pfarrgemeinden

In jedem von uns steckt ein Funke Hoffnung

Beeindruckende Worte und Bilder von Schüler:innen beim Erinnerungsabend im Klagenfurter Diözesanhaus

"Ganz gleichgültig, wie schlimm die Zeiten sind, ob damals, ob heute oder in der Zukunft, in jedem von uns steckt ein Funke Hoffnung, der nur darauf wartet, Feuer zu fangen". Ein Auszug aus dem beeindruckenden Text von Carlo Urbani, Schüler der 7A des bischöflichen Gymnasiums RG/ORG St. Ursula fasst einen besonderen Abend im Klagenfurter Diözesanhaus zusammen.

Anlässlich des sich zum 80 Mal jährenden Todestages des Kärntner Märtyrerpriesters Dr. Anton Granig (er wurde am 15. April 1945 von der Gestapo im Gefängnis Stein an der Donau erschossen) veranstaltete das Bischöfliche Seelsorgeamt am 02. April 2025 einen Erinnerungs- und Gedenkabend im nach dem Märtyrer benannten Festsaal des Diözesanhauses.

Inhaltlich ging es um den katholischen Widerstand gegen das NS-Regime in Kärnten und um jene Priester, Männer und Frauen, die aus ihrer Glaubenshoffnung heraus Akte des Ungehorsams und Widerstandes gegen das mörderische Regime gesetzt hatten.

Nach einer Begrüßung und Einführung durch Seelsorgeamtsleiterin Direktorin Elisabeth Schneider-Brandauer und dem Geschäftsführer der slowenischen Abteilung des Seelsorgeamtes/Dušnopastirski urad Andrej Lampichler hielt der Theologe und Historiker Maximilian Fritz ein Referat zum Thema "katholischer Widerstand in Kärnten im Dritten Reich". Er beleuchtete die ambivalente Rolle der Kirche rund um den "Anschluss", zeigte die mutige und beherzte Rolle des damaligen Generalkapitulars und ab 1943 Erzbischof von Salzburg Andreas Rohracher (als dieser behielt er bis Kriegsende die Obsorge für die Diözese Gurk bei) und stellte die Märtyrerpriester der Diözese vor, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden und nach denen seit dem Jahr 2014 die Hörsäle des Diözesanhauses benannt sind.

Im Anschluss an das Referat erinnerten die Schüler:innen der 7G des slowenischen Gymnasiums (Klasse Mag. Hanzej Rosenzopf), Tomo Sabotnik, Lena Sabotnik und Tobias Ressmann in berührenden und eindrücklichen Texten an die Vertreibung der slowenischen Volksgruppe durch die Nationalsozialisten, ihre Opfer und die (schwierige) Rückkehr. Sie berichteten dabei zutiefst persönlich, da ihre Großeltern Betroffene waren.

Katharina Maria Longer und Carlo Urbani, Schüler:innen der 7A des Bischöflichen Gymnasiums RG/ORG St. Ursula spürten in ihren tiefen und beeindruckenden Texten der Frage nach Hoffnung in dunklen Zeiten (damals und heute) nach und führten so von der Vergangenheit in die Gegenwart und wohl auch Zukunft.

Im Anschluss an den Erinnerungsabend, der von Stjepan Molnar, BA MA, Stiftskapellmeister von St. Paul im Lavanttal und Regionalkantor für die Region Lavanttal mit Werken von Bach und Rameau musikalisch kongenial am Klavier eingerahmt wurde, fand noch eine Ausstellungseröffnung in der Cafeteria des Diözesanhauses statt. Neben den vorgetragenen Texten können Interessierte bis Ende Mai noch Bilder von Schüler:innen des bischöflichen Gymnasiums (Klasse Maga. Michaela Mlecnik) und von Besucher:innen des Jugendzentrums St. Jakob in Villach (künstlerische Betreuerin Eva Maria Wutte, BA) zum Thema "Hoffnung" betrachten.

Ein gelungener und wichtiger, gut besuchter Abend im Rahmen des Heiligen Jahres "Pilger der Hoffnung".