Organisation

Pressestelle

Bischof Marketz ernennt österreichweit erste Bischöfliche Vikarin: Pastoraltheologin Velik-Frank übernimmt Leitungsverantwortung für Bereich „Synodalität und Kirchenentwicklung“

Velik-Frank erhält von Bischof Marketz das Ernennungsdekret zur Bischöflichen Vikarin.<br />
Foto: Diözesan-Pressestelle/Eggenberger
Velik-Frank erhält von Bischof Marketz das Ernennungsdekret zur Bischöflichen Vikarin.
Foto: Diözesan-Pressestelle/Eggenberger

Klagenfurt, 26. 2. 25 (pgk). Als erster Bischof Österreichs hat Diözesanbischof Dr. Josef Marketz nun eine Frau zur Bischöflichen Vikarin ernannt: Pastoraltheologin Dr. Barbara Velik-Frank, Geschäftsführerin der ARGE Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung, stellvertretende geschäftsführende Leiterin des Instituts für kirchliche Ämter und Dienste, Ausbildungsleiterin des Referates für pfarrpastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Geistliche Assistentin der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, wird mit Wirksamkeit vom 1. März „Bischöfliche Vikarin für Synodalität und Kirchenentwicklung“ in der Diözese Gurk.
Die Errichtung des neuen Amtes dient laut Bischöflichem Dekret der „Fortführung und Umsetzung der Vorgaben und Impulse aus dem synodalen Kirchenentwicklungsprozess der Diözese“. Kirchenrechtliche Grundlage für das neue Amt ist die begleitende Note von Papst Franziskus zum Schlussdokument der 16. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, in der er erklärt, „dass die Synodalität der angemessene Interpretationsrahmen für das hierarchische Amt ist“. Dieses Dokument verpflichtet die Teilkirchen dazu, „Entscheidungen zu treffen, die mit den in der Synode enthaltenen Hinweisen übereinstimmen. In Prozessen des Unterscheidens und Entscheidens sollen sowohl die Vorgaben des Kirchenrechts als auch des Synodendokuments umgesetzt werden“, heißt es im Dekret. Velik-Frank, die seit drei Jahren bereits als Koordinatorin des diözesanen Kirchenentwicklungsprozesses fungiert, hat als Bischöfliche Vikarin „den geschäftsführenden Vorsitz in der Projektleitung des Kirchenentwicklungsprozesses und in den zu- und nachgeordneten Arbeits- und Projektgruppen inne“, wie es im Dekret lautet. Als bischöflich beauftragte Laiin steht Velik-Frank unter der Autorität des Bischofs als Fachvorgesetzten und des Generalvikars als dienstrechtlich Vorgesetzten. In der Funktion als Bischöfliche Vikarin wird Velik-Frank außerdem Mitglied des Konsistoriums-Vorstandes, der Ordinariatskonferenz sowie der Vorstände des Diözesanrates und der Dechantenkonferenz.

Für Bischof Marketz sind die Errichtung des neuen Amtes sowie die damit verbundene Ernennung von Barbara Velik-Frank zur Bischöflichen Vikarin „nicht nur wichtige Schritte am synodalen Weg, sondern vor allem auch konkrete Umsetzungen der von Papst Franziskus geforderten Stärkung von Laien und insbesondere Frauen“. Mit Barbara Velik-Frank werde nun eine „Frau diesen für die Kirche in Kärnten so wichtigen synodalen Entwicklungsprozess leiten, die den Prozess von Anfang an mit Überblick und Detailkenntnis begleitet und mitgestaltet hat“. Velik-Frank habe als erfahrene Theologin und Seelsorgerin in vielen unterschiedlichen Bereichen Erfahrung gesammelt. „Sie hat mein vollstes Vertrauen, dass sie die synodale Kirchenentwicklung weiterhin auf einen guten Weg bringt und im Sinne von Papst Franziskus und der Bischofssynode weiterführt, um die Kirche in Kärnten neu zu strukturieren und für die Zukunft gut aufzustellen“.
Für Velik-Frank ist die Ernennung zur Bischöflichen Vikarin „eine besondere Anerkennung und auch ein weiteres Zeichen für mehr Leitungsverantwortung von Frauen in der Kirche“. Die promovierte Pastoraltheologin freut sich darüber, als Bischöfliche Vikarin „nicht nur den Kirchenentwicklungsprozess, sondern vor allem auch das Thema Synodalität in unserer Diözese voranzutreiben“. Synodalität bedeute, so Velik-Frank, „sich gemeinsam den Herausforderungen und Fragen der Welt zu stellen und keine vorschnellen Antworten auf brennende (Reform-) Fragen zu haben“. Es gehe dabei nicht zwingend um Umstrukturierung oder eine schnelle Neuaufteilung von Ämtern, sondern vielmehr darum, „Kompromisse zu finden, um Lösungen zu ringen und manchmal auch in der Spannung der Uneinheitlichkeit auszuharren“. Mit Blick auf die nächsten Schritte im Kirchenentwicklungsprozess sei „eine Anpassung der Organisationsstruktur unvermeidlich, um unsere Schwerpunkte und Ziele effektiv umsetzen zu können“, sagt Velik-Frank, durchaus im Wissen, „dass Veränderung auch Unsicherheit mit sich bringt und Mut zu Neuem verlangt“. Sie freue sich darauf, sich in den nächsten Monaten „gemeinsam, also synodal, mit anderen auf den Weg zu machen, um die Ziele, die wir im Prozess festgelegt haben, bestmöglich umzusetzen“.

Dr. Barbara Velik-Frank wurde 1968 in Wien geboren, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Nach dem Studium der katholischen Fachtheologie und selbständigen Religionspädagogik in Wien war sie viele Jahre in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit tätig, davon vier Jahre in einem Sozialprojekt im Nordosten Brasiliens und dann im Projektmanagement und der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in mehreren NGOs. Bis 2014 unterrichtete Velik-Franz an BHS und AHS in Klagenfurt und Villach Religion. Seit 2014 war die Theologin in den verschiedensten pastoralen Bereichen der Diözese tätig, so als Pastoral- oder Pfarrassistentin (Arnoldstein, Vorderberg, Egg, Thörl-Maglern) und in der Regionalarbeit (Villach und Villach-Land). 2024 übernahm Velik-Frank die Ausbildungsleitung für den Lehrgang zum/zur diözesanen Pastoralassistenten/in und die Geschäftsführung der ARGE Gemeindeberatung. In ihrer Dissertation im Fach Pastoraltheologie beschäftigte sich die ausgebildete systemische Organisationsberaterin mit der diskursiven Bedingtheit von Frauen in der Institution Kirche.